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Die Holztrift an der Unkener Muckklause

Den Triftern auf der Spur

Munter sprudelt das glasklare Wasser durch die Muckklause im Unkener Heutal. Ein idyllischer Platz, an dem heute viele E-Biker und Wanderer gern verweilen. Die Klause wurde früher zum Aufstauen des Wassers verwendet, um nach dem Öffnen Holz mit dem Wasserschwall ins Tal zu schwemmen. Die Muckklause wurde aufwändig restauriert um heute noch von der einst so gefährlichen Arbeit der Holzknechte und Trifter am wilden Wasser zu erzählen.

 

 

Triften bedeutet Schwemmen des Holzes durch den Bachlauf, und zu diesem Zweck wurde hinter dem Durchlasstor der Muckbachklause rund 14.000 Kubikmeter Wasser in den sogenannten „Klaushöfen“ gestaut. „Die Klause wurde geschlagen“, meinte Sepp Auer und erklärte mir bei unserem Gespräch im Kalchofengut: „Das Tor und die hölzernen Stützen der Klause wurden herausgeschlagen, worauf sich mit enormer Wucht das angestaute Wasser seine Bahn brach und das aufgetürmte Holz mit sich riss. Auch an den Seitenbächen entlang des Hauptbaches wurden Nebenklausen geöffnet, um die Wasserführung zu ergänzen. Dann sorgten die Trifter dafür, dass sich keine Haufen anstauten. Eine solche Verklausung wurde ,Fuchs’ genannt und das riskante Entwirren der verkeilten Holzstämme hat so mancher Trifter mit dem Leben bezahlt.“ Mit den langen Triftstangen – die mit Spitz und Haken versehen waren – kämpften die mutigen Männer gegen den Fuchs. Auf schmalen Steigen, wie man sie zum Beispiel heute noch in der Seisenbergklamm findet, stachen und zogen sie über dem wild sprudelnden Wasser an den Holzstücken. Ein falscher Schritt, ein kleiner Ausrutscher und sie fielen in das eiskalte, tosende Wildwasser. Oder sie mussten bis zum Bauch in das Wasser hineinwaten, um das Holz in die richtige Richtung zu dirigieren. Das große Risiko sei auch der Grund gewesen, warum nur unverheiratete Burschen als Trifter arbeiten durften. Und viele Marterl in Unken zeugen heute noch von den zahlreichen tödlichen Unfällen beim Triften. Auf wundersame Weise überstandene Unfälle sind in der Wallfahrtskirche Maria Kirchental auf Votivtafeln hinterlegt.

 

Kohle löst die Holztrift ab


War der enge Klausbach überwunden, fand das Holz seinen Weg in die Saalach. Ruhig und kraftvoll nahm das Wasser hier die Holzstücke mit bis zu den Rechenanlagen in Reichenhall. „Etwas Schwund gab es immer, denn nicht das ganze Holz, das in Unken ins Wasser geworfen wurde, kam auch in Reichenhall an. Ein Teil verkeilte sich an den Ufern oder wurde von den Holzfischern an Land gezogen. Die Holzfischer waren Anrainer der Saalach, die mit einem ,Klausschein’ eine gewisse Menge Holz für den eigenen Gebrauch mit den Triftstangen aus dem Wasser holen durften. Die Salinen nahmen diesen Schwund in Kauf, denn zum einen verhinderten die Holzfischer ein Verklausen und zum anderen wäre zu dieser Zeit kein anderer Transportweg als jener auf der Saalach in Frage gekommen. Getriftet wurde in der Muckklause bis 1911. Die Umstellung auf die Befeuerung der Salinen-Sudhäuser mit Kohle bedeutete dann das Ende des Triftens.  

 

Das sanfte Rauschen des Baches inmitten des dichten grünen Waldes holt mich zurück in die Gegenwart – ein letztes mal Blicke ich auf das historische Bauwerk der Muckklause und wandere zurück zu der Stelle an der ich mein Mountainbike abgestellt habe. Noch auf der ganzen Strecke zurück zum Kalchofengut begleitet mich in meinen Gedanken die abenteuerliche Geschichte der Unkener Holztrifter am wilden Wasser des Salzburger Saalachtals.
 

 
veröffentlicht von
Edith Danzer
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