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Die Post spielte vor 50 Jahren Schicksal

Gekommen, um zu Bleiben

Wie kann ein Brief das Leben verändern? Die Französin Nicole Fernsebner aus Straßburg erzählt es.

 

Es ist das Jahr 1969, als Nicole – mit Mädchenname Schaedler – die erste Nachricht von ihrer neuen Brieffreundin Ulrike aus Moers am Niederrhein erhält. Durch sie will sie ihr Deutsch perfektionieren. Durch sie kommt sie erstmals in das Salzburger Saalachtal. Hier ist Ulrikes Familie in Lofer seit langem Stammgast. Mehrere Jahre hindurch fährt sie dorthin mit, bis sie als 19jährige den Unteregg-Bauernsohn Stefan Fernsebner kennenlernt. Zurück in Straßburg, kann sie ihn nicht vergessen und zieht nach der Matura mit Sack und Pack zu ihm. Die beiden heiraten und bekommen drei Kinder. 1988 übernehmen sie Stefans Elternhaus auf 680 Metern Seehöhe im Loferer Ortsteil Scheffsnoth und bauen die Zimmer zu Ferienwohnungen um.

 

Schon Schwiegermutter Wally war beherzte Vermieterin gewesen. Dies bereits in den 1950er Jahren, als man die Gäste noch zu Fuß am Busparkplatz abholte und deren Gepäck mittels Materialseilbahn auf den Berg schickte. Dann kam die Modernisierung und der Ausbau der Straße bis zum Haus. In dieses bringt die Französin dann Jahrzehnte später nicht nur viel Engagement und Schwung mit, sondern auch den Europagedanken. Schließlich ist in ihrer Heimatstadt Straßburg der Sitz des Europäischen Parlaments. Weltoffen sei sie mit ihrem Bruder erzogen worden, berichtet sie. Vater braute das würzige Kronenbourg-Bier, Mutter arbeitete als Sekretärin. An den Wochenenden ging es zum Picknick hinaus aufs Land, bevorzugt in das Mittelgebirge der Vogesen. Dort traf man sich mit Verwandten und Freunden und stellte zum gemeinsamen Feiern ganz unkompliziert Klapptische und –sessel im Grünen zusammen. Als junge Frau war Madame Fernsebner dann plötzlich 500 Kilometer weit entfernt von der Familie. „Die hat mir anfangs schon sehr gefehlt“, gibt sie zu. Weit weg leben jetzt auch ihre eigenen Töchter Julia und Andrea, nämlich in Südengland. Gottlob gibt es Skype, dort trifft man sich regelmäßig vor dem Bildschirm. Sohn Michael ist in Lofer geblieben und kommt gerne mit seiner Familie bei den Eltern vorbei. Da serviert die Mama an Sonntagen Wiener Schnitzel ebenso wie „Blanquette-de-veau“ (Kalbsragout); Palatschinken genauso wie feine französische „Crêpes“. „Ich bin ein Mensch, den man überallhin verpflanzen kann“, sagt die 64jährige, die auch 20 Jahre hindurch Kassierin und Schriftführerin des Loferer Privatvermieterverbandes war. Und wie zur Bekräftigung fügt die fünffache Oma hinzu: „ Jevaisbien.“ – „Mir geht es gut.“

veröffentlicht von
Christine Schweinöster
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