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Ein Balkon hoch über Lofer

Pausengespräche

Das Gföllhörndl im Rücken, die Loferer Steinberge am Horizont und Lofer unter sich ausgebreitet: Auf der Bräugföllalm hoch über dem Tal nimmt sich Georg „Schurl“ am liebsten eine Pause vom Alltag. Regelmäßig kommt der Krepperbauer aus Lofer hier herauf, um nach dem Jungvieh zu sehen – und sich dabei ein bisschen wie am Meer zu fühlen.

 

 

Sein Tag beginnt um 5 Uhr früh. Das hält Georg aber nicht davon ab, mindestens einmal pro Woche zur Bräugföllalm hinaufzugehen. „Bevor es in unserem Gastbetrieb losgeht, komme ich gerne hier herauf“, erzählt Georg und lässt den Blick über das Bergpanorama schweifen. „Dort drüben sehe ich dann die Sonne aufgehen“, sagt er und zeigt auf einen Punkt am Horizont. „Das Tal unten liegt zu dieser Zeit oft noch im Nebel. Ich komme mir dann manchmal vor, als würde ich am Meer sitzen.“ Georg lacht. „Es ist einfach unglaublich schön, wenn das Steinerne Meer und die Loferer Steinberge aus diesem Nebelmeer herausschauen.“

 

Im Familienbetrieb packt jeder mit an

Wobei das mit der Freizeit so eine Sache ist – schließlich ist im Betrieb quasi immer etwas zu tun. Der traditionelle Bergbauernhof mit angeschlossenem Gasthaus, auf dem Georg aufgewachsen ist, liegt oberhalb des Loferer Talbeckens. Vom Krepperbauern aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die umliegende Bergwelt bis nach Unken. „Unser Hof ist schon seit Generationen in Familienbesitz“, erklärt Georg. „Früher gab es nur die Landwirtschaft, meine Großeltern haben 1973 dann eine Jausenstation eröffnet. Meine Eltern haben laufend investiert und den Betrieb ausgebaut. Wir haben auch vier Zimmer für Übernachtungsgäste.“

 

Gekocht wird vor allem mit Produkten aus der eigenen Landwirtschaft

Mittlerweile hat Georg die Gast- und auch die Landwirtschaft übernommen. Apropos Landwirtschaft: 16 Milchkühe, fünf Almochsen und im Sommer zusätzlich rund 80 Weidegänse bevölkern das Gebiet rund um den Krepperbauern. „Wir sind ein Biobetrieb und legen großen Wert auf Regionalität“, sagt Georg. Deshalb stammt auch ein Großteil der Produkte, die der gelernte Koch/Kellner in Form bodenständiger Gerichte im Gastbetrieb auf den Teller zaubert, aus der eigenen Landwirtschaft. Hin und wieder gibt es auch ein feines Wildgericht – Georg ist Jäger und sein Gebiet liegt nur wenige Meter vom Hof entfernt.

 

Die Faszination an die nächste Generation weitergeben

Der Familienzusammenhalt wird beim Krepperbauern großgeschrieben. „Bei uns helfen alle mit, wir sind ein echter Familienbetrieb“, sagt Georg. Ob sein jüngerer Bruder, seine Eltern oder Verwandte – hier packt jeder mit an. Vor wenigen Monaten sind Georg und seine Lebensgefährtin Tanja stolze Eltern eines Sohnes geworden. Und wenn der kleine Jakob groß genug ist, wird ihn sein Vater bestimmt mitnehmen zu seinem Lieblingsplatzerl auf der Bräugföllalm. Und ihm dem Balkon hoch über Lofer zeigen.

 

 

veröffentlicht von
Christina Knauseder-Csipek
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