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Schritt für Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Wenn es um Tourismus und Umweltschutz geht, erweckt die mediale Berichterstattung gelegentlich den Eindruck als wären Touristiker, Seilbahner und Lokal-Politiker durch die Bank gierige Geschäftemacher, die ohne jede Rücksicht auch den letzten Baum für neue Gästebetten fällen würden. Dass dieses Bild nicht ganz der Realität entspricht und die touristischen Akteure sehr wohl um den Ast wissen, auf dem sie sitzen, zeigen nachfolgende Beispiele aus dem Salzburger Saalachtal.

 

Ein Solarzaun für die Hühner der „Henasteig´n“

Ein etwas anderes Highlight ließ Herbert Rohrmoser auf seinem Grund und Boden installieren: einen Solarzaun. Der Gast­geber des Restaurants „D‘Henasteig‘n“ in Sankt Martin bei Lofer ist gleichzeitig Betreiber eines Bio-Hofs. 1.000 glückliche Hühner leben dort – und die brauchen viel Auslauf. Weil ihnen der Nachhaltig­keitsgedanke wichtig ist, hat sich Familie Rohrmoser für einen Solarzaun entschie­den – den ersten in Österreich. „Der Zaun ist etwa 380 Meter lang und leistet rund 55 Kilowatt-Peak“, erklärt Herbert Rohr­moser. So sind nicht nur die Hühner einge­zäunt, es wird auch Energie erzeugt.

 

Meiberger Holzbau

Wie Nachhaltigkeit im Baubereich funktioniert zeigt Meiberger Holzbau aus Lofer. Bereits 2010 wurde der Betrieb mit dem Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet, seit 2013 ist Meiberger Holzbau auch Mitglied beim Klimabündnis Österreich. Bei der Produktion der hochwertigen Holzbauten, erklärt Wolfgang Aigner, wird die nach­haltige Kreislaufwirtschaft sinnvoll mit einbezogen. Angefangen beim Rohstoff Holz – der übrigens primär in unbehandel­ter Form zum Einsatz kommt – bis hin zur Verwertung des Zimmerei- oder Bau­stellenrestholzes über das benachbarte Bio-Heizwerk. Die dabei erzeugte Energie erhält Holzbau Meiberger wiederum als Wärme zurück – eine echte Win-win-Situ­ation. Die Fotovoltaik-Anlage am Dach des Betriebs mit 170.000 Kilowatt-Peak liefert schließlich die Energiemenge, die das gesamte Unternehmen benötigt. Meiberger Holzbau ist damit bilanziell gesehen energieautark. Weil dabei sogar noch etwas Energie übrigbleibt, stehen jetzt auch noch vier E-Autos parat.

 

Almenwelt Lofer

Wenn Ihr schon einmal die Bergwelt von Lofer mit allen Sinnen erlebt habt, dann wisst Ihr: Diese Schönheit muss erhal­ten und geschützt werden. So sieht das auch die Bergbahn Lofer GmbH. Deshalb wurde unter anderem eine Fotovoltaik-Anlage errichtet, die Strom für einige kleine Schlepplifte erzeugt. Bei der Lage der Speicherteiche ist man gesegnet, da viel Wasser mit natürlichem Zulauf gewonnen wird. „Wir können die Teiche mit dem natürlichen Zufluss auf 1.500 Metern mit wenig Pumpleistung optimal als Zwischenspeicher für die Beschneiung im Winter nutzen“, erklärt Willi Leitinger. Die Natur macht dann im Frühjahr den Rest: Da werden die Speicher durch die Schneeschmelze auf natürliche Weise wieder gefüllt. Und übrigens, habt Ihr gewusst, dass jährlich ein Schneedepot mit durchschnittlich 10.000 m3 Schnee angelegt wird? Gegen Ende der Winter­saison wird der Schnee zusammenge­schoben, mit Planen und Hackschnitzel abgedeckt, um diesen über den Sommer zu konservieren. Ca. 75% dieses Depots können erhalten werden. Dadurch wird die Kunstschneeproduktion vor der neuen Ski­saison geringer gehalten. An die Umwelt gedacht hat man auch, was die Karten für die Bergbahnen betrifft. „Viele Bergbah­nen verwenden Wegwerfkarten aus Papier. Da kommt viel Müll zusammen“, so Willi Leitinger. „Wir haben bei Skipässen kom­plett auf wiederverwendbare Chip-Karten umgestellt. Das funktioniert auf Pfandba­sis und berührungslos.“

 

 

Unken weil´s schmeckt

Nachhaltigkeit auf im wahrsten Sinn des Wortes köstliche Art und Weise bietet der Verein „Unken weil´s schmeckt“. Fünf Landwirte haben sich zusammengetan und ziehen an einem Strang, um Gästen wie Einheimischen beste Qualität aus der Region zu bieten. Das Besondere: Jeder Bauer hat eine andere, eigene Speziali­tät. Produziert wird ausschließlich selbst – mit eigenen Händen. Der Ennsmannhof bietet unter anderem Fische aus eigenen Teichen, der Köstlerbauer liefert aro­matischen Käse mit klingenden Namen wie „Wiesenfuchs“ oder „Auteufel“. Beim Kräuterhof Lutzbauer ist der Name Programm, vom Perchthof gibt’s unter anderem frisches Brot und Milch und der Reitbauer steuert „Gutes von der Ziege“ bei. Kaufen könnt Ihr die hochwertigen regionalen Produkte bei den Hofläden der teilnehmenden Bauern oder in der ADEG-Filiale in Unken. Dort gibt es ein eigenes Regal, das nur für die „Unken weil´s schmeckt“-Produkte reserviert ist. Ge­fertigt wurde das Regal aus heimischem Holz von einem der Mitglieder – Thomas Willberger vom Ennsmannhof. In Harmonie mit der Natur und in Har­monie miteinander – so schließt sich der Kreis. Aber am besten, Ihr überzeugt Euch vor Ort von der mit Leidenschaft gelebten Nachhaltigkeit im Salzburger Saalachtal.

 

 

 

veröffentlicht von
Christina Knauseder-Csipek
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