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Zu Gast im Wohnzimmer der heimischen Wildtiere

Die Liebe zu Tieren und zur Natur wurde Otto Haitzmann am elterlichen Bauernhof in Weißbach praktisch in die Wiege gelegt. Er half tatkräftig in der Landwirtschaft mit und arbeitete einige Jahre auch als Senner auf der Kallbrunnalm.

 

beobachtet, dass es den scheuen Tieren nichts ausmacht wenn Menschen im Wald unterwegs sind, solange sie am Weg bleiben. Wanderer können sogar laut schreien, das stört die Tiere nicht. Im Gegenteil es ist ihnen sogar lieber, denn dann wissen sie, wo der Mensch ist. Darum ist es auch besser als Gruppe unterwegs zu sein. So ist der „Feind“ berechenbar, aber wenn sich jemand 20 Meter abseits des Weges aufhält, macht sie das nervös. Natürlich müssen auch die Ruhezeiten des Wildes berücksichtigt werden, deshalb soll man auf keinen Fall in der Nacht unterwegs sein. Nur das garantiert ein stressfreies Miteinander zwischen Mensch und Tier. Da wir den Lebensraum der heimischen Wildtiere immer mehr einschränken, ist es wichtig, ihnen letzte Rückzugsorte zu gewähren. Wer sich im Wald aufhält, befindet sich im Wohnzimmer der Tiere und soll sich dessen auch bewusst sein.

 

Wie reagieren Personen, die du auf ihr Fehlverhalten ansprichst?

Im Großen und Ganzen sind die Leute sehr einsichtig, wenn man sie auf Probleme hinweist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen sehr verständnisvoll sind, wenn man sie entsprechend aufklärt. Meistens sind sie dann auch bereit umzudrehen, oder auf markierte Wege zurückzukehren. Es gibt natürlich immer schwarze Schafe, aber die gibt es leider auch unter den Jägern.

 

Gibt es besondere Erlebnisse, die du im Wald gemacht hast?

Da fällt mir spontan etwas ein, was ich heute noch manchmal gefragt werde und mich immer zum Schmunzeln bringt. Wenn ich in der Natur unterwegs bin, komme ich oft mit Wanderern ins Gespräch. Da ich durch meine Ausrüstung ja als Jäger erkennbar bin, wollen viele tatsächlich wissen, ob ich ihnen ein Nest mit Gämseneiern zeigen könnte. Diese Vorstellung kommt von humoristischen Postkarten, die Motive mit Gämsennestern und Eiern haben, die angeblich von der Gams ausgebrütet werden. Manche scheinen so etwas tatsächlich zu glauben. Die Tiere haben ja fast so einen mythischen Status wie das Edelweiß, weil es so viele Legenden über sie gibt und man sie selten zu sehen bekommt.

 

Wie hat dich dein (Traum-) Beruf geprägt?

Ich habe eine sehr starke Verbundenheit mit der Natur entwickelt, die ich auch meiner Frau und meinen Kindern vermittelt habe. Bei jedem Wind und Wetter war ich draußen und habe meist rund drei Monate des Jahres auf den Hütten meiner Reviere verbracht. Die Familie hatte dafür glücklicherweise Verständnis, und wenn möglich haben sie mich auch immer wieder begleitet. Es gibt einfach nichts Schöneres, als völlig im Einklang mit der Natur zu leben und Tiere im Wald aus nächster Nähe kennen zu lernen. Vielen Dank für das Interview und den spannenden Einblick in die Welt der

heimischen Wildtiere.

 

 

„Respektiere deine Grenzen“

ist eine Initiative des Landes Salzburg, die einen konfliktfreien Umgang mit der Natur und wild lebenden Tieren fördern will. Die Aufklärungskampagne soll dazu beitragen, Einheimische und Gäste für das Thema zu sensibilisieren und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche Auswirkungen respektloses Verhalten auf die Natur hat. Die Initiatoren aus Tourismus, Naturschutz, Jägerschaft und Politik gehen davon aus, dass viele Verursacher von Problemen sich der Tragweite ihres Handelns gar nicht bewusst sind. Mit Hilfe von Foldern und Hinweisschildern wird daher auf die Gefahren für das Wild hingewiesen. Infotafeln im Wald erklären, wie man sich richtig verhält, um Wild und Wald zu schützen.

respektieredeinegrenzen.at

 

 

veröffentlicht von
Gudrun Dürnberger
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