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„Zwei Brettln, a g’führiger Schnee, juchhe!“

50 Jahre Skifahren im Heutal

Vor 50 Jahren begann im Heutal die Ära des Skisports als Massenbewegung. Doch lange vorher machten wagemutige Burschen in der „Wildnis“ Unkens die ersten Schwünge und Sprünge.

 

Für die Bewohner müssen sie wohl ein wenig verrückt gewesen sein, jene Handvoll Idealisten, die bereits um 1920 das Skifahren ausprobierten. Die aber waren Feuer und Flamme für diesen neuen Sport – und das war ansteckend. So konnte der Dorfarzt die Jugend auf der „Doktorfeldwiese“ für die ersten Bögen begeistern. In den 30er Jahren nahm dann ein Bäckermeister die Kinder unter seine Fittiche. Morgens buk er Semmeln, nachmittags trainierte er auf der „Moarwirtsleit‘n“ die Schüler. Die kamen mit einfachen Eschenskiern mit Riemenbindung und waren begierig zu lernen. Als Skistöcke hatten sie vorne zugespitzte Haselnussstecken, und ein jeder musste auf den Berg treteln, um dann den „Lohn“ zu ernten: den Genuss der Abfahrt durch die weiße Pracht, während einem der Wind der neuen Zeit um die Ohren wehte. Ein Gefühl der Freiheit und Mobilität wurde dabei geweckt.

 

Vor allem auch bei jenen, schon erwachsenen Naturburschen, die die Herausforderung, ja das Wagnis suchten: 1934 begannen die Rennen vom Sonntagshorn, dem Hausberg Unkens. Teilnehmer kamen auch von auswärts, sogar aus Norwegen. Die besonders „Schneidigen“ unter ihnen bezwangen eine 400 Meter lange Steilrinne – das gefürchtete „Kanonenrohr“ – in kompletter Schussfahrt. Die Bedachteren bauten Schwünge ein, wie Franz Bauer, der spätere Wagnermeister mit Ski-Verleih, der bei sich zuhause ein kleines Skimuseum aufgebaut hat. „Stürze waren an der Tagesordnung. Und vor allem, weil sich ohne Sicherheitsbindung die Skier nicht lösten, gab es immer wieder Knochenbrüche“, erinnert er sich. Jene, die den Sturz gut überstanden, richteten ein Stoßgebet gen Himmel, klopften sich den Schnee von Lodenhose und Wolljanker und fuhren weiter. Unten notierte einer mit klammen Fingern die Zeit, die mit einer Flieger-Uhr aus dem Zweiten Weltkrieg genommen wurde.

 

Technische“ Pannen waren bei diesen Pionieren kein Weltuntergang. So fiel die Hand-Stoppuhr einmal aus, weil sie eingeeist war. „Hat’s dich oft geschmissen?“, fragte man im Ziel die Ankommenden und reihte nach ihren Schilderungen die Plätze. Die besonders Umtriebigen im Ort bauten sich eine Schanze auf der „Lohweberleit‘n“. Sie eiferten dem berühmten „Bubi“ Bradl nach, dem weltweit ersten Skispringer, der die 100 Meter Marke übertraf. Mit diesem Star durften Franz Bauer und dessen Freund Herbert Saringer einmal in Zell am See mitspringen. Oder, wie Bauer, der 90jährige, es bescheiden ausdrückt, „mit ihm ein bisschen mithupfen“. Bahnbrechendes tat sich indessen auf der Skipiste: Die ersten Schlepplifte – einer hinter der Kirche, der andere, kleine, im Heutal – nahmen in den 50ern Fahrt auf. Mit der Eröffnung des Wildalmliftes 1968 wurde das Heutal dann zur Drehscheibe für den künftigen Breitensport. Und sogar zur ersten Kaderschmiede von bisher fünf Weltcupläufern aus Unken: Zuletzt feierte Reinfried Herbst neun Weltcupsiege, gewann bei den Olympischen Winterspielen 2006 die Silbermedaille im Slalom und in der Saison 2009/10 den Slalom Gesamtweltcup.

 

1968: Das „Christkind“ bringt den modernen Lift

Man kann ihn lebhaft spüren, diesen Aufbruch, wenn Hans Dax über die Entwicklung der Skigeschichte im Heutal, dem idyllischen Hochtal auf 1000 Metern Seehöhe, erzählt. Mit vereinten Kräften hatte man das Geld zusammengebracht: Jede verkaufte Aktie zeigte den Gemeinschaftsgeist der Bewohner und war der Schritt in eine neue Zukunft. Nach den Grundablösen mit Almbauern und dem Waldbesitzer ging es an die Baumrodung und danach an die Hangebnung mit einer Raupe der Marke Eigenbau. Wie Dax diese aufregende Zeit schildert, zeigen seine Augen wieder diesen Glanz des Neubeginns: Er ist schon Wegbegleiter, als die Liftgesellschaft den Betrieb aufnimmt. Später wird er selbst Geschäftsführer. Der erste aber ist – über 18 Jahre hindurch – der Hauptinitiator dieses ehrgeizigen Projektes, Sebastian Vitzthum. Der beschert der Bevölkerung am 24. Dezember 1968 ein besonderes „Christkindl“: Im Heutal startet der neue dieselbetriebene Lift mit einer Schlepplänge von 1200 Metern und der Fahrgeschwindigkeit von fast vier Metern pro Sekunde. Und dann geht sie los, die Bewährungsprobe für die Liftwarte: Hunderte Male müssen sie täglich den kurzen Holzbügel den Einsteigern herunterziehen. So sicher wie das Amen im Gebet ist am Abend der Muskelkater.

 

Vorprogrammiert sind auch die Stürze der Skifahrer. Tiefe Löcher reißen sie bisweilen in die Liftspur, die dann und wann mit der Schneeschaufel zugeschüttet werden. Im „freien Stil“ kurven sie hinunter über die Buckelpiste. Direkt im Steilhang ist ein Wassergraben, der bei wenig Schnee empfindlich stört. All dies tut der Euphorie aber keinen Abbruch, die Schlange der Wartenden ist lang. Die 70er und 80er werden dann die „Goldenen Jahre“ im Heutal. Das Skifahren ist zum Massensport geworden und die Heutalstraße zweispurig. In Betrieb geht ein zweiter Schlepplift, 1986 dann der dritte, sogenannte Sattelkurvenlift. Er stellt die mögliche Verbindung zum bayerischen Skigebiet Winklmoos und zur Tiroler Steinplatte her. Heute setzt man in dem Skigebiet auf mehr Angebot und länderübergreifende Kooperation. So ist das Heutal Unken seit 2017 Mitglied der „3 Länder Freizeit-Arena“ mit Tirol und Bayern. Es ist als Skigebiet klein, fein und überschaubar – und deshalb ein besonderes Eldorado für Familien. Aber auch Skitourengeher sind hier herzlich willkommen. Auf den Boom dieser Sportart hat man heuer mit einer eigens präparierten Aufstiegsspur samt Touren-Lehrpfad reagiert. Ja, und auch abseits der Skipiste bietet das Heutal viel Atmosphärisches, etwa für Langläufer und Rodler.

 

Ski rauf und los geht's

 

 
 

Zahlen und Fakten Skigebiet Heutal

  • 1 Hashtag #heutal
  • 2 Skischulen und Live-Webcams
  • 3 Länder Freizeit-Arena
  • 4 Lifte
  • 7 Stationen Skitourenlehrpfad
  • 11 Pistenkilometer & 40 km Langlaufloipen
  • € 65,00 für Familienskikarte für 2 Erwachsene und 2 Kinder
  • 1.000 Höhenmeter Abfahrt bei der Skitour zum Sonntagshorn
  • 1.460 m Seehöhe liegt der Startpunkt der Rodelstrecke von der Hochalm
veröffentlicht von
Christine Schweinöster
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