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Bürgermeisterliche Pisten

Hinter den Vorhang der Almenwelt Lofer geblickt

Eine Nachtschicht mit dem Pistenteam, das Nacht für Nacht für beste Pistenverhältnisse sorgt.

 

Überrascht stelle ich fest, dass mein Pilot kein Unbekannter ist, denn der Loferer Bürgermeister Norbert Meindl lacht mir vom Fahrersitz der Pistenmaschine entgegen. Auf meine Verwunderung reagiert er mit seiner Erklärung: „Als Betriebsleiter der Almenwelt Lofer bin ich natürlich auch ab und zu selbst im Pistendienst im Einsatz. Und das sogar sehr gern, denn hier am Berg kann ich wunderbar von meinen oft betriebsamen Arbeitstagen im Rathaus abschalten.“

 

Steuerung per Joystick

Mit kleinen Bewegungen am Steuerhebel, der aussieht wie ein Joystick einer Computerkonsole, bewegt Norbert Meindl die tonnenschwere Maschine mit höchster Präzision über den Schnee, macht am Stand eine 180-Grad-Wende, senkt das Frontschild und ab geht es auf die erste Piste. Spur für Spur löschen wir so die Zeugnisse eines lustigen Skitages - hier ein Carvingschwung, dort ein kleiner Hügel ... Hinter uns bleibt nichts als makelloser Feinripp! Unsere starken Scheinwerfer beleuchten das Areal vor uns und der Bürgermeister erzählt: „Man arbeitet hier allein, ist aber über Funk immer mit den Kollegen verbunden. Trotzdem muss man diese Stille mögen, denn bei starkem Schneefall oder Sturm ist die Umgebung wie ausgelöscht und du konzentrierst dich nur auf die nächste Spur.“ Nach einiger Zeit hält Norbert Meindl die Maschine an und erklärt: „Wir warten hier kurz, denn die Kollegen der Beschneiung justieren gerade noch die Schneemaschine nach den letzten Windmeldungen.

 

So stellen sie sicher, dass die Maschinen sich nicht selbst einschneien und vereisen. Und an dieser steilen Piste werden wir uns mit der Windenmaschine an das Seil hängen.“ Warum er das tonnenschwere Pistengerät ans Seil hängt, erklärt er mir gern: „Siehst du die Schneemengen, die sich hier am Fuße der Piste sammeln? Die wurden während des Tages von den Skifahrern nach unten geschoben. Unsere Aufgabe ist es nun, diese Masse wieder untergrundschonend über den ganzen Steilhang zu verteilen. Zur Sicherheit schalten wir nun auch die Warntafeln ein, die vor dem Befahren der Piste abhalten, denn das gespannte Stahlseil ist sehr gefährlich, da darf sich keiner mehr auf der Abfahrt befinden.“

 

Wir starten die Maschinen und gezogen vom Seil geht es steil bergauf. Das ist bei der starken Neigung definitiv nichts für Angsthasen! Doch die Pistenraupe ist ein absolutes Hightech-Gerät. Der Antrieb erfolgt durch einen 450 PS starken Dieselmotor und das Eigengewicht von rund 8 Tonnen verdichtet beim Darüberfahren den Untergrund. Die Walze am hinteren Ende des Pistengeräts glättet den Schnee und sorgt für den bekannten Feinripp.

veröffentlicht von
Edith Danzer
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