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Die Gangsterbraut vom Heutal

Wie Virginia Hill nach Unken kam

Sie muss wohl eine atemberaubende, betörende Frau gewesen sein. Eine, der die Männer reihenweise zuflogen. Die Rede ist von der Amerikanerin Virginia Hill, Drogenschmugglerin, Geliebte von den höchsten Mitgliedern der ‚ehrenwerten Gesellschaft‘ und nach eigenen Angaben die ‚größte Gangsterbraut aller Zeiten‘. Das ist die eine Seite. Sie war aber auch liebevolle Mutter und Ehefrau des Salzburger Skipioniers Hans Hauser. Gemeinsam mit ihrer kleinen Familie lebte sie einige Jahre ihres Lebens auch im Unkener Heutal und ging für die beiden schließlich in den Tod.

 

Die Jahre in Unken

Und endet vorläufig im Unkener Heutal. Genauer gesagt, am Fuße des Sonntagshorns, wo Hans‘ Bruder die Sigrist Hütte besitzt. Schnell nistet sich die kleine Familie ein, Hans genießt das Leben in den Bergen und auch Peter scheint es an nichts zu fehlen. Nur Virginia lebt in ständiger Angst, lässt kaum zu, dass die Fensterläden geöffnet und die Türen unversperrt sind. Sie weiß zu genau, wozu die Mafia im Stande ist. Hans versteht die Ängste nicht und fährt bald wieder zurück auf die Zistelalm, um seiner Arbeit nachzugehen. Seine Frau bleibt und macht sich daran, wie angedroht ihre Geschichte auf Papier zu bringen. Fast drei ganze Jahre lang, in denen man sie selten zu Gesicht bekommt, wie so manch älterer Unkener heute noch zu erzählen weiß. So richtig passt sie nicht hierher. Wenn sie nicht am Schreiben ist, sonnt sie sich im Bikini vor der Hütte und genießt es, dass die Bauern sie ‚heimlich‘ vom Waldesrand aus beobachten. Sie kann wohl nicht aus ihrer Haut. Nur manchmal, wenn es ihr in der Abgeschiedenheit der Alm zu eng wird, taucht sie plötzlich im Alpengasthof Heutal auf. Plaudert mit Wirtin Maria Pichler in der Küche, trink gerne Rotwein. Dabei sollen auch wilde Partys gefeiert werden, bei denen Hill nicht selten plötzlich auf den Tischen steht und wild zu tanzen beginnt.

 

Als sie sich Anfang 1966 aufmacht, zurück nach Salzburg zu fahren, beginnen damit nicht nur ihre letzten Monate, sie verabschiedet sich auch für immer aus dem Heutal. Denn jetzt begeht sie den größten Fehler ihres Lebens: sie nimmt Kontakt zu Lucky Luciano und Joe Adonis auf, mächtige Manager der Cosa Nostra und ehemalige Geliebte Virginia Hills. Beide wurden Mitte der 1950er Jahre aus den USA ausgewiesen und leben in Italien. Bei einem Treffen in Neapel bittet sie darum, wieder ins Rauschgiftgeschäft einsteigen zu dürfen. Man macht ihr Hoffnungen, wohlwissend, dass Hill die ehrenwerte Gesellschaft mit der Veröffentlichung ihrer Memoiren erpresst. Jacky "Two Black Shoes" Tadori, ein Freund von Adonis, bringt Virginia zurück nach Salzburg. Eine Geste, die sie zu Beginn der Fahrt wohl noch erfreut. Dann jedoch dreht sich die Stimmung und ihr Fahrer setzt sie über seinen eigentlichen Auftrag in Kenntnis. Würde sie sich nicht innerhalb eines Tages mit den zuvor überreichten 20 Schlaftabletten selber töten, so werde er nach dem Leben von Hans und Peter trachten. Eine Ehre innerhalb der Mafia, die Chance zu haben, dem Leben selbst ein Ende zu setzen.

 

Ein Ende abseits des Rampenlichts

Damit ist Virginia Hills Schicksal besiegelt. Denn auch wenn sie zeitlebens wohl nicht die tugendhafteste Person gewesen ist, ihre beiden Männer liebt sie über alles. Und würde niemals zulassen, dass ihnen etwas passiert. Am 22. März 1966 treffen sich Virginia und Hans ein letztes Mal. Viel gibt es dabei wohl nicht zu sagen. Die wenigen Sätze drehen sich um die Ausbildung ihres Sohnes, aktuell Liftboy im Hotel Österreichischer Hof. Dann trennen sich die Wege der beiden für immer.

 

Liebend gerne würden wir an dieser Stelle davon berichten, wie Virginia Hill auch diesmal wieder ihren Hals aus der Schlinge ziehen kann. Doch leider. Als der Pensionist Franz Inzinger am nächsten Tag eine Person unterhalb des Weges am Alterbach liegen sieht, hält er sie noch für einen Betrunkenen und denkt sich nichts dabei. Erst am nächsten Tag verständigt er die Polizei.

 

Als offizielle Todesursache wird noch heute Selbstmord angegeben. Wie auch bei Hans Hauser, der acht Jahre nach seiner Frau erhängt in einem Lokal in der Salzburger Altstadt gefunden wird. Auch er hatte versucht, aus den Aufzeichnungen Hills Profit zu schlagen. Doch mit der Mafia spaßt man nicht.


Mehr anfassbare Geschichte findet Ihr im Regionalmuseum Unken:

Kalchofengut

 

 

veröffentlicht von
Peter Zeitlhofer
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