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Im wilden Wasser

Adrenalinreiche Wildwasser-Abenteuer

Am Ufer der still dahinplätschernden Saalach zu sitzen beruhigt ungemein. Doch im Salzburger Saalachtal kann das Wasser auch zum Spielplatz für Abenteuerhungrige werden und sich von seiner wilden und kraftvollen Seite zeigen. Durch enge Schluchten, über wilde Wellen, auf ruhigen Kehrwassern und mit einem mutigen Sprung mitten hinein in das eiskalte Wasser in dunklen Schluchten!

 

Wir bewegen uns nun schwimmend weiter und rutschen über natürliche Bahnen im glitschigen Fels. Lachend lassen wir uns wie Treibholz mit dem Wasser mitziehen. Lautes Getöse kündigt einen Wasserfall an, der - gut gesichert durch unseren Guide - am Seil überwunden wird. „Jetzt kommen wir zum Höhepunkt der Tour“, verkündet er, deutet auf die Felskante vor uns und fügt mit einem begeisterten Strahlen hinzu: „Wir springen!“ Gern lass ich hier den anderen den Vortritt, denn aus großer Höhe in kleines Wasserbecken zu springen lässt meinen Herzschlag in wilden Galopp verfallen. Aber irgendwann stehe auch ich direkt an der Felskante und blicke acht Meter hinunter in den vom Wasser ausgewaschenen Felspool. Ich schließe kurz die Augen, fühle das Adrenalin in meinen Adern rauschen. Ich konzentriere mich auf den Landepunkt in der Poolmitte und springe kraftvoll ab. Geschafft! Schon auf dem restlichen Weg hinaus aus der Klamm freue ich mich auf den dritten Gang im Abenteuer-Menü: die Kajaktour auf der Saalach!

 

Sanfter Rodeoritt im Kajak


Für Kajakanfänger wird im Salzburger Saalachtal ein mehrtägiger Kurs angeboten, der am stillen Gewässer mit einfachen Übungen beginnt. Erst, wenn man alle Techniken gut beherrscht, geht es auf die Saalach. Da ich jedoch schon auf einer Schulsportwoche das Kajakfahren erlernt und danach noch einige Flussbefahrungen absolviert habe, buche ich eine privat geführte Flusstour auf einem ruhigen Abschnitt der Saalach. Trotzdem geht es auch für mich erst einmal zum Auffrischen der Technik an den Ritzensee in Saalfelden. Zu Neopren, Schwimmweste und Helm wird heute noch die Spritzdecke übergezogen, die das Eindringen von Wasser ins Kajak verhindert. Langsam sitzen die verschiedenen  Paddelschläge zum Manövrieren durch das Wildwasser wieder sicher. Zum Abschluss üben wir auch die Eskimorolle, mit der ich mich bei einem ungewollten Kentern im Fluss schnell wieder an die Oberfläche drehen kann. Nach ein paar erfolglosen Versuchen, bei denen ich unter Wasser die Spritzdecke öffne, um aus dem Kajak zu steigen, habe ich genug Selbstvertrauen für meine erste Flussfahrt in diesem Jahr gefasst. Gemeinsam mit meinem Guide fahre ich nach St. Martin, wo wir die Kajaks vom Hänger nehmen und durch grüne Wiesen hinunter zur Saalach tragen. Wir steigen ein und drücken uns vom Ufer weg. Beschaulich geht es am Anfang dahin und ich habe genug Zeit, mich an das - im Vergleich zum See - doch bedeutend bewegtere Wasser zu gewöhnen. Nach kurzer Zeit steuern wir zur Rast ein Kehrwasser an. Zwei, drei feste Paddelschläge und die Spitze des Boots dreht sich zum Ufer und kommt im ruhigen Wasser zum stehen. „Wir üben nun ein paar Fahrmanöver. Wir beginnen mit der Querung des Flusses zur anderen Uferseite“, verkündet der Guide und schon starten wir los. Mit Hilfe der Strömung und gleichmäßigen Paddelschlägen schaffe ich es bis zur anderen Flussseite. Doch kurz vor dem sicheren Kehrwasser bringt mich eine Welle zum Kippen. Eben blickte ich noch auf blauen Himmel und die grünen Wiesen ringsum – und jetzt schwimme ich Kopf unter Wasser im Kajak. Nach einer Schrecksekunde reagiert mein Körper aber instinktiv und führt ruhig die vorher noch geübten Bewegungen aus. Unter tiefem Luftholen tauche ich wieder aus dem Wasser auf und schwimme mit dem Boot in der einen und meinem Paddel in der anderen Hand ans rettende Ufer. Lachend über meine „Feuertaufe“ kommt der Guide zu mir und gemeinsam setzen wir unsere Fahrt fort. Leider hat es diesmal für die Eskimorolle noch nicht gereicht aber wie heißt es so schön: Übung macht den Meister! Das Surfen über die kleinen Wellen fühlt sich an wie ein zahmer Rodeoritt und viel zu früh erreichen wir unsere Ausstiegsstelle.

 

Nach drei Tagen Abenteuer in den wilden Fluten des Salzburger Saalachtals ist ein glückliches Grinsen in mein Gesicht gemeißelt und in meiner Blutbahn pumpen Adrenalin und Endorphine. Ich bin mir sicher: „Das war bestimmt nicht mein letzter Gang – ich komme zurück ins Wildwasser für einen Nachschlag!“
 


 

 
 

Wildes Wasser erlebt man im Salzburger Saalachtal beim Canyoning, Raften oder auf Kanu- und Kajaktour mit folgenden Anbietern:

motion center

 

Base camp

 

veröffentlicht von
Edith Danzer
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