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Kalchofengut

Das Regionalmuseum in Unken bietet angreifbare Geschichte der Region...

...heimatbezogene Besonderheiten und interessante Sonderausstellungen.

 

Von Stelzentänzern und Kriegsgefallenen

Die restlichen Räume sind jeweils einem Thema gewidmet. Da gibt es den Unkenraum, der das heimische Brauchtum und die Tracht beschreibt. Einzigartig ist hier wohl der ausgestellte Stelzentänzer, den es nur in Unken gibt.  Sepp erzählt uns die Legende über die Entstehung dieses regionalen Brauchs: „Aus dem Trestererbrauch heraus hat sich dieses Unikum entwickelt. Als die Trestergruppe bei Hochwasser kurzerhand mit extra langen Hosen und auf Stelzen von Haus zu Haus ging, um nicht nass zu werden. Die Stelzentänzer kann man heute noch bei manchen Brauchtumsveranstaltungen, wie dem Bauernherbst in Unken, bewundern.“

 

Im oberen Stock ist eine Sonderausstellung der Unkener Schützen untergebracht, die, unter dem Titel „Für Gott, Kaiser und das Vaterland - oder, wann kemma wieda hoam?“, den Gefallenen des Ersten Weltkriegs gedenkt. Ein lebensgroßes Foto des ehemaligen Gutsbesitzers, dem Perchtbauern, weist den Weg in die Sonderausstellung. „Alleine hier in Unken kamen 61 Soldaten aus dem Krieg nicht mehr heim. Dieser Raum zeigt, dass diese Soldaten nicht bloß Namen auf einem Kriegerdenkmal sind, sondern hinter jedem Foto der Gefallenen eine eigene tragische Geschichte steckt“, weiß Sepp zu berichten. Ein von den Schützen erstellter Kurzfilm gibt einen geschichtlichen Überblick über die historischen Geschehnisse. Beim Betrachten der alten Helme, Uniformen und Ausrüstungsgegenstände - Leihgaben Unkener Familien - bekommen wir Gänsehaut und gehen weiter auf Entdeckungsreise durch das Kalchofengut.

 

Schmugglerwege auf der Rem

Nach dem Besuch der Sakralkammer betreten wir einen Raum mit einer Kirchenkrippe und der maßgetreuen Darstellung eines landwirtschaftlichen Anwesens mit Bauernhof, Troadkasten, Almhütte, Brechlhütte, Futterhof und vielen weiteren Nebengebäuden. Rund drei Monate hat Sepp an diesem Miniatur-Kunstwerk gebaut, und sogar die einzelnen, für die Region typischen, Zaunarten liebevoll eingearbeitet.

 

Auf dem Heuboden - der Rem oder Tenn, wie man im Pinzgau sagt - finden wir neben der Geschichte der Wagnerei und Holzwirtschaft auch ein raumfüllendes Modell der Region, in der alle Orte, Berge, Flüsse und Wege zwischen Weißbach im Saalachtal und Weißbach bei Schneizlreuth dargestellt sind. Zu jedem Ort liest man interessante Informationen und Sepp verrät auch schon sein nächstes Projekt: „Demnächst werde ich auf dem Modell alle historischen Schmugglerpfade darstellen.“

 

Echtes Holzknecht-Muas

Stunden könnten wir noch beim Betrachten der vielen Details und Exponate verbringen, doch Sepp hat eine Überraschung für uns: „Unser alter Holzknecht Bert Falter hat in der alten Rauchkuchl ein echtes Pinzgauer Muas für euch gezaubert. Eine typische Kost der Holzknechte.“ Der Geruch der sehr leckeren - und zugegeben, wenig figurschmeichelnden - Süßspeise erfüllt schon die Rauchkuchl und während wir Bert beim Kochen am offenen Feuer über die Schulter schauen, erzählt er uns Geschichten von den Holztriftern, die früher die gefällten Stämme über die Saalach transportierten.

 

Es ist schon dunkel, als ich das Eingangstor des Kalchofenguts hinter mir schließe, und ich bin mir sicher, dass es hier noch viele weitere Geschichten zu erfahren gibt. So muss ich nächstes Mal unbedingt fragen, welche Geheimnisse sich hinter der kleinen hölzernen Türe auf der Rem, dem Loch in der Wand der Rauchkuchl oder dem alten Hut an der Decke der Stube verbergen ...

 

 

 

veröffentlicht von
Edith Danzer
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