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„Servus, Tante Emma!“

Gekommen, um zu Bleiben

Warum wird eine junge Augsburgerin zum Nahversorger an einem Ort, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen? Weil für sie das Heutal ein „ungeschliffener Rohdiamant“ ist.

 

Ann-Kathrin Prosakiewicz peilte als studierte Hotelbetriebswirtin die Karriere im Top-Tourismus an. Sie arbeitete in bekannten Häusern wie dem Münchener Sheraton, bis eines Tages ihr Innerstes zu rebellieren begann. „Ich will eigentlich nicht so abgehoben leben sondern erdig“, dachte sie und zögerte nicht lange: Als Erntehelferin übersiedelte sie auf einen 1700 Meter hoch gelegenen Hof in Südtirol. Dort mähte sie mit der Sense die steilen Wiesen und hackte Holz. Abends freute sie sich über die Schwielen an Händen und Füßen als Zeichen ihres Einsatzes. Schon hatte sie der „Landleben-Virus“ gepackt. Sie wollte Sennerin werden – weitab vom Großstadtgetriebe, ohne Strom und Luxus.

 

Auf ihre Annonce hin meldete sich der Schneiderbauer im Heutal. – Und die junge Frau übersiedelte alsbald in dessen Almhütte in der Einschicht. Nachts blickte sie in den Sternenhimmel, genoss die würzige Luft und schlief wie ein Murmeltier. Täglich molk sie neun Kühe und versorgte zudem zehn Jungtiere. Wanderern bot sie ihre selbstgemachten Produkte an. Weil diese weggingen wie die warmen Semmeln, kam der Deutschen in den Sinn: „Das Heutal könnte eine Nahversorgerin gut brauchen.“ Sie pachtete 2015 das ehemalige Fischbachstüberl mit direktem Blick auf das Sonntagshorn. Auf rund 1000 Metern Seehöhe verwöhnt sie seither in ihrem „Tante-Emma-Laden“ mit angrenzender Imbisstube Bewohner und Urlauber mit regionalen Köstlichkeiten. Morgens um sechs Uhr bäckt sie bereits ihr Bauernbrot. Dann bereitet sie Minze-Sirupe, Löwenzahn-Limonaden, Marmeladen, Kren- und Lachsaufstriche, Pestos sowie Gemüsesuppen. Im Winter verkauft sie im angrenzenden Zelt den Skifahrern Bauernkrapfen, Ofenkartoffeln und Currywurst. Mit den Gästekindern sammelt sie im Hühnerstall die Eier ein und schlägt mit ihnen Rahm zu Butter. „Ich mag diese Bodenständigkeit und Tradition“, schwärmt die 28jährige, die gerne Geschichten aus dem Heutal erzählt. So über Virginia Hill, die einstige Gangsterbraut aus Amerika, die sich hier versteckt hatte. Oder über die Schmuggler, die von Bayern herüber kamen. Was vermisst „Tante Emma“ aus ihrer Heimat? „Gar nix“, sagt sie lächelnd. Schließlich hat sie im Heutal mit Hans, einem Bauern am Steilhang, auch ihre große Liebe gefunden. „Er klopfte bei mir als Sennerin an, und da hat es gefunkt“, verrät sie.

 

Regionale Köstlichkeiten von Tante Emma

veröffentlicht von
Christine Schweinöster
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