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Entschleunigung auf der Alm

Pausengespräche

Am Berg hat er immer das Gefühl, als vergehe die Zeit ein wenig langsamer, sagt Peter Fernsebner. Wir treffen den Feichtnbauer von St. Martin bei Lofer hoch oben auf der Kammerlingalm, mitten im schönen Naturpark Weißbach, und sprechen mit ihm über seinen Lieblingsplatz und die beruhigende Beständigkeit der Berge.

 

Als Bergbauer und Inhaber des Feichtnkaser auf der Kammerlingalm sind Pausen für Peter Fernsebner eher rar. Im Winter arbeitet der 49-Jährige außerdem im Pistendienst bei den Bergbahnen in der Almenwelt Lofer, im Sommer unterstützt er den Tourismusverband Salzburger Saalachtal im Außendienst – bei Veranstaltungen und als Verantwortlicher für die Instandhaltung von Bänken, Wegen und Wegweisern im Gemeindegebiet von St. Martin. „Nein, langweilig wird mir nicht“, sagt Peter und lacht herzlich. Wir treffen ihn an einem sonnigen Herbsttag oben auf dem Feichtnkaser. Als „Kaser“ wird im Salzburger Saalachtal eine Almhütte bezeichnet. Die von Peter und seiner Frau Irene wurde 2007 neu errichtet und liegt mitten im herrlichen Naturpark Weißbach – auf der Kammerlingalm, rund 1.300 Meter über dem Meer. Die Kammerlingalm ist eine Gemeinschaftsalm mit insgesamt zwölf Hütten.

 

 

Es ist ruhig, meistens sind nur die Kuhglocken zu hören. Hier scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen. Egal, was um uns herum passiert – die Berge stehen jedes Jahr immer wieder gleich da. Das reicht manchmal schon, damit ich zur Ruhe komme.“ Er mag es auch, dass die Jahreszeiten so deutlich zu sehen und zu spüren sind, sagt Peter. „Im Winter haben wir richtig viel Schnee, da ist alles weiß. Im Sommer sind die Wiesen saftig grün und heben sich von den schroffen Felsen ab.“

 

Ein Erbhof aus dem frühen 18. Jahrhundert

Als Bergbauern erleben die Fernsebners das Spiel der Jahreszeiten vielleicht sogar noch etwas intensiver als die Bewohner im Tal. „Wir betreiben eine Bio-Landwirtschaft in Zone Vier, sind also offiziell Bergbauern“, erklärt Peter. Der Hof, auf dem Peter aufgewachsen ist, ist ein Erbhof, wird schon seit 1728 „Feichtnbauer“ genannt und seither durchgehend von der Familie Fernsebner geführt. 1992 hat Peter den Hof von seinem Vater übernommen. Und die Chancen, dass einer ihrer drei Söhne die Tradition weiterführt, stehen sehr gut.

 

„Hier auf der Alm ist es überall schön“

Hat er mal Zeit, um kurz Pause zu machen, sagt Peter, dann zieht es ihn immer wieder hier herauf, auf die Kammerlingalm. Am liebsten sitzt er am ersten Tisch, auf der Bank an der Hüttenwand, sagt Peter, überlegt kurz und fügt dann hinzu: „Aber es ist eigentlich überall schön hier auf der Alm.“ In diesem Moment kommen wieder Wanderer durch das Gartentor spaziert und machen es sich an einem der Tische gemütlich. Peter steht auf und geht Sennerin Claudia zur Hand, die mit einem Lächeln auf den Lippen bereits die Bestellung aufnimmt. Es ist immer etwas zu tun für den Feichtnbauern. Wie gut, dass es bis zu seinem Pausenplatzerl nie weit ist.
 
veröffentlicht von
Christina Knauseder-Csipek
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