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Der Wald ist meine Erholungsquelle

PAUSENGESPRÄCHE

Wenn Gerti Willberger eine Pause von ihrem Alltag als Jungbäuerin braucht, geht sie am liebsten zum Wasserfall im Wald. Dort, wo die Ruhe vom Rauschen des Wasserfalls unterstrichen wird, kann sie ihre Gedanken schweifen lassen und neu ordnen.

„Ich bin hier in der Region aufgewachsen, schon alleine deshalb habe ich eine enge Verbindung zu dieser Gegend“, sagt Gertraud „Gerti“ Willberger. Wir sitzen mit Gerti und ihrem siebenjährigen Sohn Tobias auf einer Bank, unweit ihres Lieblingsplatzes in Unken. Als Hintergrundmusik hören wir den Wasserfall plätschern, in den Ästen zwitschern die Vögel und besingen den sonnigen Frühlingstag. „Ich schätze unsere Region aber auch, weil sie so vielfältig ist“, nimmt Gerti den Faden wieder auf.“ Man kann alle möglichen Sportarten ausüben wie Radfahren, Mountainbiken, wandern oder klettern. Auch die verschiedenen Jahreszeiten sind bei uns sehr reizvoll.“ Gerti lächelt, als sich Sohn Tobias noch etwas enger an sie kuschelt. „Uns gefällt´s hier in den Bergen einfach, wir sind damit groß geworden.“

Neue Kraft schöpfen am Wasserfall

Gerti lebt seit rund acht Jahren mit ihrem Mann Thomas und den gemeinsamen Kindern am Ennsmanngut, einem Erbhof aus dem Jahr 1399, am Ortsrand von Unken. Vier Generationen leben heute am Hof: Die Großeltern und die Eltern von Thomas und die Jungbauern Gerti und Thomas mit dem siebenjährigen Tobias und der vierjährigen Annika. „Meine Schwiegereltern arbeiten noch voll im Betrieb mit, die unterstützen uns, wo sie können“, sagt Gerti. Denn Arbeit gibt es am Hof genug. Wenn die 32-Jährige einmal eine Pause von ihrem Alltag braucht, kommt sie hierher, zum Wasserfall. „Da reichen oft auch nur zehn Minuten, damit ich neue Kraft schöpfen kann“, sagt Gerti. Der Wasserfall, der besonders im Frühjahr, wenn das Schmelzwasser von den Bergen kommt, in imposanten Kaskaden in den Fluss rauscht, liegt hinter dem Ennsmanngut und direkt am öffentlich zugänglichen Gsengsteig. Die schöne Tages-Rundwanderung „Rund um den Achberg“ des Wanderdorfs Unken führt beispielsweise auch hier vorbei. Man wandert dabei von Unken über den Gsengsteig, durch die Aschauerklamm, der Innersbachklamm und über den Gaissteig zurück nach Unken.

„Die Kinder sollen die Natur spüren“

„Wenn ich zum Wasserfall gehe, nehme ich oft unsere beiden Kinder mit“, sagt Gerti und zupft Tobias liebevoll das Stirnband zurecht. „Ich finde das ganz wichtig, dass man die Kinder mit in die Natur nimmt – wegen der Bewegung und der frischen Luft, aber auch, damit sie die Natur wieder mehr zu schätzen lernen. Die müssen wissen, wie sich das anfühlt, wenn man in der Natur ist – was das für ein besonderes Klima unter den Bäumen ist, zum Beispiel. Das müssen die Kinder wieder spüren lernen.“ Gerti lehnt sich auf der Bank zurück und atmet tief durch. „Für mich ist der Wald sowieso die beste Erholungsquelle, wenn die Vögel zwitschern und ich die gute Luft einatmen kann. Wald steht für Luft, für Sauerstoff. Wenn man den Gsengsteig entlangwandert, geht man viel durch den Wald, das mag ich. Und beim Wasserfall bleib ich dann gerne ein bisserl länger sitzen.“ Gerti dreht sich um und zeigt auf einen Punkt weit über uns. „Dort oben entspringt die Quelle, die diesen Wasserfall hervorbringt“ erklärt sie. „Gleichzeitig liefert diese Quelle auch das Wasser für unsere Fischaufzucht.“

Fische aus dem eigenen Teich, Käse vom Nachbarn

Apropos Fischaufzucht: Die Fische aus dem Teich des Ennsmangutes kann man im eigenen Hofladen erstehen. „Wir haben vier Standbeine“, sagt Gerti. „Das ist die Milchwirtschaft, die Vermietung unserer Ferienwohnungen, die Holz- und Forstwirtschaft und eben die Direktvermarktung über unseren Hofladen. Das ist hauptsächlich mein Part.“ Wir dürfen einen Blick in den gemütlichen Hofladen werfen und die Fischspezialitäten probieren. „Wir ziehen die Lachsforellen, Regenbogenforellen und Saiblinge in unseren eigenen Teichen auf“, erklärt Gerti. „Die Fischteiche hat noch Thomas Opa angelegt. Wir haben das jetzt mit dem Hofladen ausgebaut.“ So kann man im Hofladen des Ennsmanngutes allerlei veredeltes vom Fisch erstehen – von geräucherten Filets über Fischsulze, Fischaufstriche bis zum gebeizten Lachs. Aber auch Produkte von benachbarten Bauern gibt es im gemütlichen Laden zu kaufen. „Wir haben beispielsweise Käse vom Köstlerhof oder Ziegenmilchprodukte vom Reitbauern, das ist unser direkter Nachbar.“

Zusammenhelfen, damit alles funktioniert

Zum Hofladen, der Donnerstagnachmittag geöffnet ist, kommen sehr viele Einheimische. „Da sind wir schon stolz drauf, dass so viele Unkener kommen“, sagt Gerti und lächelt. „Stammkunden sind für einen Hofladen einfach sehr wichtig.“ Die Arbeit im Hofladen macht der ehemaligen Lehrerin Spaß. Damit alles läuft, hält die Familie fest zusammen und hilft sich gegenseitig. „Unser Fisch wird jeden Tag frisch gefischt, das bedeutet natürlich viel Arbeit“, sagt Gerti. „Da packt jeder an, Schwiegermutter und Schwiegervater helfen uns beim Fischen und Ausnehmen der Fische, meine Eltern passen auf die Kinder auf, Papa räuchert die Fische“, Gerti unterbricht sich und lacht. „Da sind wir schon ein eingespieltes Team. Es helfen einfach alle mit, damit es funktioniert.“

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