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Meine erste Skitour auf die Wildalm

Salzburger Saalachtal

Spuren ziehen im glitzernden Schnee: Das Knirschen der Schneekristalle unter den Skiern und der eigene Atem sind die einzigen Geräusche. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel, vor uns liegt das traumhafte Bergpanorama der Chiemgauer Alpen. Und das Herz geht auf. Beim Skitourengehen ist der Weg das Ziel, lernen wir bei unserer ersten Skitour. Und dieses Ziel, das ist jeden Höhenmeter wert.  

Lange schon reden wir davon, jetzt machen wir ernst: unsere erste Skitour steht vor der Tür. Wir haben uns für eine Tour im Heutal im Salzburger Saalachtal entschieden, die für uns Anfänger wie geschaffen scheint: Von der Talstation der Heutallifte, abseits der Piste, bis hinauf zur Bergstation des Wildalmlift III gilt es knapp 600 Höhenmeter zu bezwingen; Gehzeit bis hinauf auf 1.540 Metern etwa eineinhalb Stunden. Das sollten wir doch schaffen. Vor allem, weil auf dieser Strecke noch ein Einkehrschwung bei der Wildalm lockt. Also packen wir unsere Sachen und los geht´s! Das Heutal im Salzburger Saalachtal ist ein echtes Eldorado für Skitourengeher. Sieben verschiedene Routen gibt es hier, für jeden Geschmack und für jede Leistungsstufe. Gehzeiten von eineinhalb Stunden (das ist unsere Anfängerroute) bis hin zu knackigen drei Stunden bieten eine Vielfalt an Möglichkeiten. Was alle Touren gemeinsam haben: traumhafte Ausblicke, ein herrliches Panorama. Und das unbezahlbare Gefühl von Freiheit. 

Hinauf in Richtung Dürrnbachhorn

Wir starten unsere Tour vom Parkplatz der Heutallifte aus. Der Aufstieg ist Nahe der regulären Skipiste. Wir kontrollieren noch einmal unsere Bindung und gehen dann los, bringen Meter um Meter hinter uns. Wir queren eine Wiese und kommen wenig später auf offenes Gelände und ziehen unsere Spuren an den Almhütten vorbei, unterhalb der Vogelschutzzone. Nach rund einer halben Stunde zieht es schon etwas in den Oberschenkeln – das wird einen feinen Muskelkater geben. Aber aufgegeben wird nicht, also marschieren wir weiter. Bis auf ein paar steilere Abschnitte, wie das letzte Stück kurz vor Ende des Wildalmliftes, das wir im Zickzack angehen, ist die Strecke sehr gut für Anfänger geeignet. An unserem „Gipfelziel“ angekommen – der Bergstation des Schleppliftes – setzen wir uns erst mal kurz in den Schnee und gönnen uns eine kurze Pause. Man könnte von hier aus noch weitergehen in Richtung Dürrnbachhorn auf 1.776 Meter. Dieser Weg ist aber schon etwas anspruchsvoller, weswegen wir ihn den fortgeschrittenen Tourengehern überlassen. Vielleicht werden wir diese Herausforderung ein anderes Mal wagen. Vorerst sind wir glücklich und zufrieden, dass wir es bis hierher geschafft haben.

Warum sich die Anstrengung lohnt

Weil ja, es war zeitweise wirklich anstrengend. Und ja, hin und wieder haben wir uns schon gefragt, warum wir uns diese Anstrengung eigentlich antun. Aber ganz ehrlich: mit ein bisschen Übung und Routine – da sind wir uns sicher – werden wir bei der nächsten Tour schon viel lockerer den Berg hinauf marschieren. Und hätten wir noch weitere Antworten auf die Warum-Frage gebraucht – sie wurden uns prompt geboten. Und zwar in Gestalt eines Rehs, das uns vom Waldrand aus beobachtet und kurz darauf in eleganten Sprüngen im Dickicht verschwindet. Oder in Form von frischen Spuren im ansonsten unberührten Schnee, die einem Hasen gehören. Und nicht zuletzt sind die Berge selbst die Antwort, die in majestätischer Stille rings um uns herum aufragen.

Wir haben gute Fernsicht und lassen den Blick schweifen vom Heutal über den Chiemgau bis zu den Loferer Steinbergen. Herrlich! Nach ein paar Minuten Entspannung lässt uns der Hunger schließlich wieder aufstehen und die ersten paar Meter der Abfahrt in Angriff nehmen. Wir haben schließlich neben dem „Gipfelziel“ auch noch ein kulinarisches Ziel am Plan: die schöne Wildalm. 

Auf der Wildalm: Jause und Postkarten-Ausblick 

Den Einkehrschwung bei der Wildalm haben wir uns jetzt aber wirklich verdient. Direkt an der Piste gelegen, auf 1.260 Metern Seehöhe, bietet sich die Wildalm perfekt für eine (kulinarische) Rast an. Wir schnallen also die Skier ab, strecken uns einmal genüsslich und lassen uns dann in einen der feinen Liegestühle auf der Sonnenterrasse fallen, von wo aus wir einen herrlichen Panoramablick haben. Die Bergluft macht ja bekanntlich hungrig und der – für uns Anfänger doch herausfordernde – Aufstieg hat sein Übriges getan, damit uns jetzt ordentlich der Magen knurrt. Ist auch kein Wunder, bei den Köstlichkeiten, die das freundliche Wildalm-Team da laufend an uns vorbeiträgt. Berühmt, so hat man uns berichtet, ist ja der Wildalm-Burger. Aber auch die Jausenplatten lassen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und erst die hausgemachten Kuchen! Herrlich. Wir bestellen also ein wildes Crossover aus allem, weil wir uns einfach nicht entscheiden können. Tatsächlich ist alles, was uns vor der traumhaften Bergkulisse auf der Wildalm serviert wird, absolut zu empfehlen und eine Sünde wert. Übrigens: Auch drinnen ist die Wildalm ein echtes Schmuckstück. Im Winter lodert der Ofen in der Gaststube fröhlich vor sich hin und verbreitet mit seinem Knistern eine behagliche Atmosphäre.

Der Weg ist das Ziel

Und dann liegt sie vor uns, glitzernd und funkelnd in der Nachmittagssonne: die Abfahrt zurück in das Heutal, direkt auf der Skipiste. Wir grinsen uns über unsere Skier hinweg an, ziehen die klare Bergluft tief in die Lunge und holen mit unseren Skistöcken Schwung. Der Wind pfeift uns um die Ohren, als wir in mehr oder weniger eleganten Schwüngen die fein präparierte Abfahrt hinabgleiten. Und der kalte Wind kitzelt an unseren Zähnen, als wir lächeln.

Seid Ihr bereit?

Auf der Ski-Touren Seite findet Ihr alle wichtigen Infos rund um das Thema „Skitouren im Salzburger Saalachtal“, sowie die schönsten Touren.

Los geht’s

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