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Mei liabste Tour! – Wanderrouten im Salzburger Saalachtal

Die Lieblingswanderungen der Einheimischen

Sanfte Bergkämme mit grünen Almen, die schroffen Gipfel der Steinberge, vielbegangene Wege und versteckte Pfade, atemberaubende Ausblicke und beeindruckende Naturschauspiele. Unzählige Wanderrouten im Salzburger Saalachtal sorgen für unvergessliche Gipfelmomente und jeder Schritt hinein in die Bergwelt lässt die Seele zur Ruhe kommen. Doch keiner kennt die Gipfel und Wanderwege des Salzburger Saalachtals besser, als die einheimischen Bergfexe. Im Urlaubsmagazin verraten sie ihre liebsten Touren durch die heimische Bergwelt.

 

Für Frühaufsteher: Sonnenaufgangswanderung zum Sonntagshorn

Christoph Pfaffenbichler, Juniorchef im zertifizierten Wanderhotel Schütterbad in Unken, ist in seiner Freizeit viel in den Bergen unterwegs. Wenn der geprüfte Wander- und Bikeführer im elterlichen Hotel nicht den Kochlöffel schwingt, oder Hausgäste in die umliegende Bergwelt führt, sitzt der Outdoorliebhaber am Bike oder im Kajak. Seine absolute Lieblingswanderung erfordert ein frühes Verlassen des warmen Bettes. Er erzählt: „Für die Sonnenaufgangswanderung zum Sonntagshorn stehe ich gern zu nächtlicher Stunde auf. Das Sonntagshorn ist mit 1961 m der höchste Gipfel der Chiemgauer Alpen und bietet eine wunderbare Weitsicht. Ideale Voraussetzungen also, um dort einen spektakulären Sonnenaufgang zu genießen! Im Sommer starte ich für diese Wanderung bereits um 3 Uhr früh, denn ca. um 5 Uhr blinzelt oben am Gipfel der erste Sonnenstrahl über den Horizont.

 

Ich parke mein Auto am Parkplatz im Heutal und beginne noch in völliger Finsternis zügig den rund zwei- bis zweieinhalbstündigen Aufstieg. Meine Stirnlampe leuchtet den Weg, der sich in moderater Steilheit entlang des Lahnerbachs hinauf zur Hochalm zieht, gut aus. Auch der Berg scheint noch zu schlafen, denn absolute Ruhe umgibt mich. Nur das rhythmische Bimmeln der Kuhglocken begleitet mich bis fast unter den Gipfel. Hier zeichnet sich schon ein violetter Streifen am Horizont ab und verrät, dass die Sonne nicht mehr lange auf sich warten lässt.

 

Für meinen Aufstieg wähle ich den schwierigeren Westanstieg, der Trittsicherheit verlangt. Genau über diesen Grat verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich, denn das Sonntagshorn trennt Ruhpolding von Unken. Der leichtere Anstieg erfolgt über den südlichen Weg. Wenn ich am Gipfelkreuz ankomme, dauert es meist nicht mehr lange, und die ersten wärmenden Sonnenstrahlen tasten sich über den Horizont. Kaum kommt die Sonne dann genau über dem Gipfel des Predigtstuhls hervor, wird der Ausblick grenzenlos. Vom Chiemsee über die Chiemgauer Alpen, die Stadt Salzburg und die Loferer Steinberge bis zum Kaisergebirge reicht das Rundumpanorama und alles glänzt im goldenen Sonnenlicht. Beim Rückweg ins Tal wartet auf mich ein ausgiebiges Bergfrühstück bei der Jausenstation Hochalm.“

 

Drei Fragen an Christoph Pfaffenbichler zu seiner Lieblingswanderung:


Was ist die Besonderheit dieser Tour?

Christoph Pfaffenbichler: „Das Sonntagshorn ist ein beliebter und vielbegangener Gipfel. An schönen Tagen ist man auf diesem Berg nie allein. Doch in der Früh, bei Sonnenaufgang, gehört der Gipfel mir ganz allein! Und der Sonnenaufgang auf diesem Gipfel ist ein einmaliges Erlebnis.“

 

Und wenn nach dem Gipfelsieg der Magen knurrt?
Christoph Pfaffenbichler: „Als Belohnung für dieses frühe Naturerlebnis gönne ich mir auf der Jausenstation Hochalm auf halbem Weg ins Tal ein Bergfrühstück. Hier biegt sich der Tisch, denn hungrige Bergfexe werden mit Müsli, Früchten, Eiern und regionalen Almprodukten bewirtet.“

 

Die beste Jahreszeit für die Wanderung?
Christoph Pfaffenbichler: „Wer, wie ich, das frühe Aufstehen nicht ganz so mag, der sollte die Sonnenaufgangswanderung auf einen schönen Herbsttag verlegen. Zum einen erstrahlt das Heutal dann in den buntesten Farben und die Sonne geht erst ca. um 7 Uhr auf. So muss man erst um 5 Uhr zu dieser Wanderung aufbrechen.“ 

 

Gemütliche Familienwanderung: Wanderung zur Kallbrunnalm

Das Salzburger Saalachtal

Die gebürtige Bayerin Katharina Unterweißacher kam schon als Kind in den Sommerferien zu ihrer Oma, die als Sennerin auf der Kallbrunnalm war. Dort fand Katharina später nicht nur ihre große Liebe, sondern auch ein besonderes Fleckchen Natur, das sie bis heute nicht loslässt. Sie lacht: „Die Kallbrunnalm ist ,meine’ Alm.“ Katharina Unterweißacher ist heute Bäuerin auf dem Peslhof in Weißbach und als Almführerin für den Naturpark Weißbach tätig. Über ihre Lieblingstour verrät sie: „Eine Wanderung, die ich als Naturparkführerin mit meinen Gästen unternehme, ist gleichzeitig auch mein persönliches Highlight.

 

Ich beginne diese Wanderung vom Parkplatz Pürzlbach. Die Wanderung startet auf einer Forststraße, auf der man jedoch bald auf einen wunderschönen Wanderweg abzweigen kann, der fern von Staub und Lärm hinauf zur Kallbrunnalm führt. Wenn man die Augen offen hält, findet man entlang des Wegs zahlreiche Bergkräuter, wie die heimische Schafgarbe, den wilden Thymian oder das Labkraut. Der Weg führt oberhalb der Futterhöfe von Pürzlbach vorbei und von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Berge von Lofer bis Leogang und den  Gipfel des Hausbergs Hochkranz. Diese Idylle genieße ich selbst nach den vielen Wanderungen immer noch. Die Artenvielfalt der Blumen und Kräuter und das Bergpanorama begeistern mich heute wie beim ersten Mal. 

Das Salzburger Saalachtal

Weiter geht es bis wir die grünen Almböden der Kallbrunnalm auf ca. 1.500 m erreichen. Die Kallbrunnalm ist die größte Gemeinschaftsalm im Naturpark Weißbach und wird von 14 Salzburger und 16 Bayerischen Bauern bewirtschaftet. Nach rund eineinhalb Stunden Gehzeit ist auch mein Ziel dieser Wanderung erreicht - die Käsehütte. Die bewirtschaftete Alm bietet zahlreiche Käsespezialitäten und bei einer gemütlichen Jause lasse ich mich auf der Terrasse nieder, bevor ich meinen Rückweg ins Tal antrete. Diese Alm hat einfach etwas, das mich nicht loslässt, und so gehe ich im Sommer zweimal die Woche zu meinen Kühen hinauf.“

 

Ein wissenswertes Detail beim Aufstieg?

Katharina Unterweißacher: „Das sind sicher die Futterhöfe. Dorthin wurde früher nach dem Almabtrieb im Herbst das Vieh gebracht. So konnte man das Heu gleich vor Ort an die Kühe verfüttern und musste es nicht erst aufwändig zum Haupthof bringen. Bis Ostern wurden damals die Kühe an den Futterhöfen, fern des heimischen Hofs, gehalten. Das Schindeldach der Almhütten ist bemerkenswert, und gerne erzähle ich meinen Gästen, wie die Schindeln gespalten und angeordnet werden.“

 

Ein kulinarisches Highlight auf der Alm?
Katharina Unterweißacher: „Nomen est Omen, daher ess ich auf der Käsehütte am liebsten ein Käsebrot. Ich zeige dort meinen Gästen auch gern mit einem Glas Sahne, wie man durch Schütteln ganz einfach selbst frische Butter erzeugen kann.“

 

Ein lohnenswerter Abstecher beim Wandern?
Katharina Unterweißacher: „Von der Kallbrunnalm wandert man nur noch eine halbe Stunde zum Dießbachstausee. Hier finden Naturliebhaber ein wunderschönes Plätzchen, um am stillen Wasser zu verweilen. Auch um den Dießbachstausee ranken sich viele Geschichten - Legenden, aber auch wahre Begebenheiten. So war dieses Areal früher ebenfalls Almgebiet, das in den 60er-Jahren für den Stausee geflutet wurde.“

 

 

Für versierte Bergfexe: Die Schmidt-Zabierow-Hütte in den Loferer Steinbergen

Waltraud Lohfeyer ist Wanderführerin beim Tourismusverband Salzburger Saalachtal. Sie liebt die Berge und auch privat schnürt sie gern ihre Bergschuhe. Sie kennt die Gipfel des Salzburger Saalachtals wie ihre Westentasche und eine ihrer Lieblingstouren führt hinauf in die karstigen Regionen der Loferer Steinberge. Die Schmidt-Zabierow-Hütte auf 1.966 m Seehöhe ist ein lohnendes Wanderziel für konditionsstarke Bergfexe. Waltraud Lohfeyer erzählt: „Die schnellsten beim ,Stoaberg-Lauf’ brauchen bis zur Hütte 42 Minuten, doch selbst fitte Wanderer sollten für den Aufstieg zweieinhalb bis drei Stunden einrechnen.

 

Ich starte vom Loferer Hochtal und wähle somit den kürzesten Zustieg. Ein wunderschöner Wanderweg führt über mehrere Stufen durch den Wald bergauf. Oberhalb der Waldgrenze, wenn das Gelände felsig wird, genieße ich den wunderbaren Ausblick aufs Salzburger Saalachtal. Etwa auf halber Strecke präsentieren sich im Juni ganze Almrausch-Felder, die in leuchtendem Rot einen wunderschönen Kontrast mit dem karstigen Felsen ergeben. Ungefähr 30 Minuten vor Ankunft an der Hütte, kann man diese erstmals erblicken. Die Hüttenwirtin, Katharina Filzer schwingt auf der gemütlichen Schmidt-Zabierow-Hütte meist selbst den Kochlöffel. Bei Käthe, wie wir sie nennen, kehre ich natürlich ein, denn für den Aufstieg belohne ich mich dort mit ihrer legendären Linzertorte und Kaffee. 

 

Ich bezwinge dann meist noch einen der umliegenden Gipfel, für die aber etwas Trittsicherheit, alpine Erfahrung und Schwindelfreiheit Voraussetzung sind, und kehre dann auf derselben Route wieder zurück ins Tal. Ich liebe diese Wanderung, weil ich diesen schönen Berg täglich vom Frühstückstisch aus im Blickfeld habe. Wenn die Sonne aufgeht und die Loferer Steinberge in goldenes Licht taucht, dann weiß ich - ich muss wieder rauf auf die Schmidt-Zabierow Hütte.“ 

 

Wann ist diese Tour am schönsten?

Waltraud Lohfeyer: „Die Tour ist den ganzen Sommer über reizvoll, doch im Juni, wenn der Almrausch blüht, ist diese Wanderung ein absolutes Highlight.“

 

Was gehört beim Wandern und speziell für diese Tour in den Rucksack?
Waltraud Lohfeyer: „Besonders für den Rückweg über die Stufen im Wald empfehle ich Wanderstöcke, um die Knie beim Wandern zu entlasten. Und wer das tolle Klettersteig-Übungsareal unterhalb der Schmidt-Zabierow-Hütte nutzen will, sollte unbedingt sein Klettersteig-Set und einen Helm mit in den Rucksack packen.“ 

 

Wohin führt eine schöne Tour, wenn man die Hütte als Basislager nutzt?
Waltraud Lohfeyer: „Bei einer Übernachtung auf der Hütte könnte man am nächsten Tag bei stabilem Wetter auf das Ochsenhorn steigen. Der Weg ist ausgesetzt und verlangt Trittsicherheit und Schwindelfreieheit, doch dafür wird man mit dem höchsten Gipfel der Loferer Steinberge und atemberaubenden Blick über die Berg- und Tal-Landschaft belohnt. Auch das Gipfelkreuz am Ochsenhorn ist wohl eines der außergewöhnlichsten im Alpenraum. Sollte man Zweifel für diese Tour haben, oder sogar den schwierigen Westgrat klettern wollen, kann man über Wirtin Käthe auch vorab einen Bergführer buchen.“


Alle von unseren Einheimischen vorgestellten Routen kann man bei entsprechender Bergerfahrung auch selbst unter die Bergschuhe nehmen. In der Tourendatenbank findet man die Details zu allen Wanderungen im Salzburger Saalachtal. Für geführte Touren und weitere Outdoor-Aktivitäten, wie Klettern und Klettersteig gehen, stehen die geprüften Wander- und Bergführer der Region gern zur Seite.

veröffentlicht von
Edith Danzer
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