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Bike & Hike auf das Dietrichshorn

im Salzburger Saalachtal

Der Berg ruft. Das ist für mich kein Mythos, sondern in meinem Leben seit vielen Jahren eine ganz wichtige und wunderschöne Wahrheit. Und wenn er mich dann eben wieder einmal ruft, dann folge ich ihm. So einfach ist das. Gott sei Dank verspüren auch viele meiner Freunde dieses Verlangen, diese Sehnsucht. Über saftige Almwiesen zu wandern, gemeinsam abgeschiedene Gipfelsiege zu feiern, einmal an nichts denken zu müssen und genau im Hier und Jetzt zu verweilen. So, wie man es nur in den Bergen erlebt. Einer meiner Lieblingsberge, zu dem ich immer wieder zurückkehre, ist das Dietrichshorn. Wunderschön auf den Unkenberger Mähder, ganz in der Nähe der Almenwelt Lofer gelegen, leicht zu erreichen und mit einem Panorama auf die umliegenden Gipfel gesegnet, das einem den Atem nimmt. Auch heute wollen wir wieder einmal diese Aussicht genießen, uns in stiller Verbundenheit mit der Welt um uns die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und den Augenblick voll und ganz auskosten. Und trotzdem steht keine normale Wanderung auf dem Programm! Heute wandern wir nicht unten im Tal los, nein, heute nehmen wir die E-Bikes und erst oben am Fuße des Dietrichshorns beginnt unser eigentlicher Aufstieg. Warum das Ganze? Na heute geht’s zum ‚Bike & Hike’ im Salzburger Saalachtal!

Frühmorgens läutet der Wecker. Doch anstatt mich wie sonst noch einmal umzudrehen und den aussichtslosen Kampf gegen das Aufstehen aufzunehmen, springe ich heute fast schon kindlich-übermütig aus dem Bett und kann es kaum erwarten die Vorhänge zur Seite zu ziehen und den Tag zu beginnen. Was heute anders ist? Na wir sind in den Bergen, genauer gesagt in Weißbach bei Lofer. Wir, das sind meine Frau, eine unserer besten Freundinnen und ich. Gestern Nachmittag sind wir angekommen, um ein sonniges Wochenende im Salzburger Saalachtal zu verbringen. Schnell noch Frühstücken und schon geht es hinaus in den Fahrradraum, wo unsere E-Bikes darauf warten, dass es endlich losgeht. 

Zum Aufwärmen gleiten wir erstmal gemütlich den Tauernradweg entlang, genießen die noch kühle Luft und werfen immer wieder ungläubige Blicke auf die Stromschnellen der Saalach. So sieht also ein Fluss aus, der weltbekannt für sein Wildwasser ist und auf dem sich die besten Kajakfahrer treffen, um sich in ihrem Sport zu messen. Es ist schon toll, welche Möglichkeiten sich uns hier im Salzburger Saalachtal durch die E-Bikes bieten. Über 100 Verleih-E-Bikes, 24 Ladestationen verteilt über die ganze Region, Bike-freundliche Unterkünfte, unkomplizierter Bike-Transport mit der Bergbahn in die Almenwelt Lofer, organisierte Bike-Touren und vor allem 480 Kilometer beschilderte Bike-Strecken, bilden die Rahmenbedingungen dafür, dass hier jeder – vom Genuss-Radler bis hin zum ambitionierten Sport-Biker – voll und ganz auf seine Kosten kommt.

Abrupt werde ich aus meinen Gedanken gerissen, als wir die Ortschaft Lofer passieren, einen schnellen Kaffee trinken, um gleich danach wieder dem Weg weiter nach Unken zu folgen. Ein paar Kilometer noch, dann biegen wir nach links ab und folgen den Schildern Richtung Unkenberg. Direkt bei Martins Bike Shop, übrigens ein E-Bike Pionier und Mountainbike-Urgestein, beginnt der Anstieg hinauf in die Almenwelt. 

Der Abstand zwischen den Häusern wird immer größer, saftige Blumenwiesen umgeben die malerischen Bauernhöfe und je weiter wir das Tal hinter uns lassen, desto mehr stellt sich auch schon das Bergfeeling ein. Mittlerweile ist es schön warm und das Wechselspiel aus Sonne und Schatten tut richtig gut. Am Ende der asphaltierten Straße verabschieden wir uns nun endgültig von der Zivilisation, in weiten Serpentinen erobern wir Höhenmeter um Höhenmeter und kommen unserem Ziel, der Dietrichshornwand immer näher.

Ein atemberaubender Blick

Es gibt da einen Platz, der mir aus vorigen Wanderungen zum und aufs Dietrichshorn ganz speziell in Erinnerung geblieben ist. Dieser zeigt sich uns auch heute wieder in seiner ganzen Schönheit. Ziemlich weit oben, das Horn auf unserer linken Seite zum Greifen nahe und in seiner vollen, felsigen Pracht, eröffnet sich an dieser Stelle plötzlich und wie aus dem Nichts kommend der Blick auf das Gföllhörndl und das Grubhörndl. Majestätisch liegen sie da, still in ihrer mächtigen Erhabenheit. Als würden sie der Almenwelt Lofer noch die Krone aufsetzen. Zumindest für mich sieht es so aus und im Stillen freue ich mich jedes Mal wieder, diesen Blick zu erhaschen. 

Oben in der Wand des Hornes hängen schon die ersten Kletterer, während einsam ein Greifvogel über uns hinwegfliegt. Nun ist es an der Zeit vom ‚Bike’ auf das ‚Hike’ zu wechseln. Nach einer kurzen Stärkung, mittlerweile ist das Frühstück schon wieder ca. zwei Stunden her, machen wir unsere ersten Schritte auf dem Waldweg, hüpfen über Stock und Stein und freuen uns auf den Gipfel. Der schwarz markierte Weg ist nicht allzu anspruchsvoll, nur eine Stelle sticht hier ein wenig heraus. Diese ist gut abgesichert und Erwachsene mit einem gesunden Maß an Erfahrung und Trittsicherheit werden hier keine Probleme haben. Zumal man sich auch jederzeit sichern kann, falls jemand sich nicht hundert Prozent sicher ist. Bevor wir den Gipfel erreichen, gilt es noch eine kurze Leiter zu überwinden, die aber auch kein großes Problem darstellt. 

Dann sind wir oben, am Ziel unserer heutigen Tour. Wir fallen uns lachend in die Arme, genießen die Aussicht und können unser Glück kaum fassen. Solche Momente kann man nicht mit Gold aufwiegen, die muss man erleben und in sich aufsaugen.

Wohlverdiente Stärkung

Beim Abstieg folgen wir dem gleichen Weg und schnell sind wir zurück bei unseren Bikes. Doch zurück ins Tal wollen wir noch nicht, zuerst muss eine richtige Stärkung her. Diese finden wir nach weiteren 15 Minuten mit dem E-Bike in die Almenwelt Lofer, bei Hannelore & Günther auf der Kechtalm. Gemütlich nehmen wir auf der Terrasse der Almhütte Platz und lassen uns von den beiden Hüttenwirten aus Leidenschaft nach allen Regeln der Kunst verwöhnen. Es schmeckt doch so viel besser, wenn man sich das Essen und Trinken auch wirklich redlich verdient hat. Stimmt’s?   

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