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„Es ist nie zu spät für ein Comeback“

Oder doch? Ganz so sicher war sich Helmut dann zwischendrin doch nicht. Der 63-jährige Münchner wagte nach langjähriger Skifahrpause den Wiedereinstieg. Wie es ihm dabei ergangen ist, erzählt er uns hier.

Aber noch kurz zur Vorgeschichte: Helmut erging es wie vielen, die ein- oder vielleicht zweimal im Jahr auf Skiurlaub fahren und sich aufgrund des unregelmäßigen Trainings irgendwann nicht mehr ganz so wohl auf den zwei Brettern fühlen. Als langjähriger Gast im Salzburger Saalachtal hat er die letzten Urlaube einfach mit Winterwandern und Spaziergängen verbracht. Auch letztes Jahr war er wieder hier, diesmal gemeinsam mit seinen Kindern und Enkelkindern. Während er auf dem Rundwanderweg in der Almenwelt das Panorama genoss, war seine Familie auf der Piste und er konnte seinen Enkelkindern sogar bei ihren ersten Schwüngen zusehen. Das war schön für ihn, aber gleichzeitig wuchs der Wunsch, ganz dabei zu sein und gemeinsame Tage mit der Familie auf der Piste zu verbringen. „Ob es dafür vielleicht doch noch nicht zu spät ist?“, überlegte Helmut damals vorsichtig. Schließlich hatte er auch schon andere ältere Skifahrer beobachtet, womöglich waren auch sie Wiedereinsteiger. Er wandte sich direkt an die Skischule und vereinbarte Privatstunden in vier Wochen – so hatte er noch Zeit, sich gut darauf vorzubereiten. Wie und ob ihm der Wiedereinstieg gelungen ist? Fragen wir ihn.

Hallo Helmut. Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Erzähl mal, warum hast du denn überhaupt mit dem Skifahren aufgehört?

Das war ein schleichender Prozess. Da waren ein, zwei Jahre, in denen ich keine Zeit für Winterurlaub hatte, weil ich beruflich so eingespannt war, da merkte ich danach schon, dass ich mich unsicherer fühlte. Dann hatte ich eine Zeit lang gesundheitlich zu kämpfen und bekam damit größere Angst vor Verletzungen. Schließlich steigt mit dem Alter das Risiko dafür. Und dann fand ich es ja auch so schön hier, also ohne Skifahren.

Und dann haben dir die Kinder wieder Lust drauf gemacht. War für dich gleich klar, dass du dir für den Wiedereinstieg professionelle Unterstützung holen möchtest?

Ja, auf jeden Fall. Wie gesagt, ich fühlte mich die letzten Male schon nicht mehr ganz sicher auf der Piste, möglicherweise war auch mein Material etwas in die Jahre gekommen. Ich brauchte definitiv jemanden an meiner Seite. In der Skischule bekam ich dann auch direkt beim Erstkontakt die Empfehlung, mich auch körperlich auf die Trainingsstunden vorzubereiten, es waren ja noch ein paar  Wochen Zeit.

Und wie hast du diese Zeit dann zuhause genutzt?

Ich habe gezielt Übungen fürs Skifahren gemacht. Ich bin ja generell gerne in Bewegung, gehe viel spazieren und Rad fahren. Als Vorbereitung aufs Skifahren habe ich meine Muskeln mit Kniebeugen und Wandhocke gekräftigt und zusätzlich mit verschiedenen Übungen an meinem Gleichgewicht gearbeitet.

Dann ging es für dich wieder in die Almenwelt Lofer. Warum hast du dich für den Wiedereinstieg genau für dieses Skigebiet entschieden?

Weil es ideal dafür ist! Breite, flache Pisten, keine Hektik und viele Möglichkeiten, um mit der ganzen Familie eine schöne Zeit zu verbringen.

Wie erging es dir dann bei deinen ersten Skistunden?

Begonnen hat das Skifahren eigentlich schon im Skiverleih, wo ich passendes Material ausleihen konnte. Da hat sich immerhin sehr, sehr viel getan, seit ich das letzte Mal auf Ski stand. Ausgestattet mit Carving Ski und relativ leichten Skischuhen traf ich dann auf meinen Skilehrer. Nach einigen Aufwärmübungen stellten wir uns auf die Ski und tasteten uns langsam ans Fahren heran.

Wie erging es dir dann bei deinen ersten Skistunden?

Begonnen hat das Skifahren eigentlich schon im Skiverleih, wo ich passendes Material ausleihen konnte. Da hat sich immerhin sehr, sehr viel getan, seit ich das letzte Mal auf Ski stand. Ausgestattet mit Carving Ski und relativ leichten Skischuhen traf ich dann auf meinen Skilehrer. Nach einigen Aufwärmübungen stellten wir uns auf die Ski und tasteten uns langsam ans Fahren heran.

Wie war das Gefühl für dich?

Ganz ehrlich? Zuerst stand ich ziemlich zittrig auf den Brettern. Das Material war ungewohnt für mich und ich fühlte mich noch nicht so sicher. Da war es sehr gut, von einem Skilehrer begleitet zu werden. Verschiedenste Bewegungsübungen lenkten mich von meinen Gedanken ab und nach einiger Zeit merkte ich, wie ich kaum mehr nachdachte und die Sicherheit zurückkam. Geholfen hat dabei auch, in der Spur des Skilehrers zu fahren und mich so voll auf die Bewegungsabläufe konzentrieren zu können.

Welche Übungen waren für dich am schwierigsten? Wie ist es dir körperlich ergangen?

Am schwierigsten war im Prinzip alles, was mit Balance und Reaktion zu tun hatte, da merke ich einfach, dass mir das im Alter schwerer fällt. Auch neue Bewegungsabläufe zu lernen ist eine Herausforderung. Da ist der Vorteil, wenn man früher viel skigefahren ist, dass man sich dann doch daran erinnert.

Körperlich hatte ich schon zu kämpfen. Zumindest habe ich am Abend alle Muskeln gespürt. Geholfen hat mir auf der Piste auf jeden Fall, viele Pausen zu machen und es gerade am Anfang nicht zu übertreiben. So hatte ich auch das Gefühl, das Verletzungsrisiko zu reduzieren.

Und was hat am meisten Spaß gemacht?

Das Skifahren. Zu merken, wie ich mit der Zeit lockerer geworden bin und auch die Aussicht auf die verschneiten Berge genießen konnte. Das Freiheitsgefühl beim Skifahren ist für mich mit nichts zu vergleichen. Man steht oben am Gipfel, blickt auf die perfekt präparierten Pisten und fühlt sich einfach frei. Und so lebendig. Das Mittagessen gemeinsam mit meiner Familie in der Skihütte hat dann auch ganz außergewöhnlich gut geschmeckt. Schließlich hatte ich es mir redlich verdient.

Zum Abschluss, wie ist dein Resümee? Was würdest du anderen Wiedereinsteigern raten?

Empfehlen würde ich auf jeden Fall professionelle Unterstützung. Bei mir waren es 3 mal 2 Privatstunden, nach denen ich so weit war, auch alleine bzw. mit der Familie auf die Piste zu gehen. Wichtig ist auch, ausreichend körperliche Fitness mitbringen. Und mein Resümee? Es ist nie zu spät für ein Comeback! Ich bin sehr froh und stolz, diesen Schritt gemacht zu haben und freue mich, heuer gemeinsam mit meinen Enkelkindern die Pisten unsicher zu machen – mit vielen Pausen versteht sich.  

Wir danken dir herzlich für das Gespräch und wünschen dir viel Spaß beim Wieder-Skifahren.

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