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E-Bike Tour zum Diessbachstausee

Hinauf in den Naturpark Weissbach

Durch den Aufstau des Die├čbaches auf der Kallbrunnalm ist in den fr├╝hen 1960er Jahren ein neuer Bergsee entstanden. Der malerische See dient in erster Linie der Energiegewinnung durch Wasserkraft, doch bietet er nebenbei auch Hochwasserschutz und ist ein lohnendes Ziel f├╝r Wanderer und Biker.

Auf der Autofahrt nach Wei├čbach sind mir schon oft die m├Ąchtigen Druckrohrleitungen an der steilen Felswand aufgefallen. ÔÇ×Wohin diese Rohre wohl f├╝hren? Welches Gew├Ąsser speist das Kraftwerk, in dem sauberer Strom aus Wasserkraft gewonnen wird?ÔÇť, diese Fragen will ich mir heute beantworten und habe mich mit Waltraud Lohfeyer aus Lofer verabredet. Waltraud ist Bikeguide im Salzburger Saalachtal und passend zu meiner Suche nach der Wasserquelle f├╝r das Kraftwerk schl├Ągt sie lachend vor: ÔÇ×Diese Tour hinauf zum Die├čbachstausee unternehmen wir mit den E-Mountainbikes ÔÇô so schlie├čt sich der Kreislauf und dank voller Akkus schonen wir unsere Wadeln.ÔÇť 

Abstecher zum Schaustadel im Naturpark Wei├čbach

Direkt in Lofer leihe ich mein E-Mountainbike und lasse mich von Waltraud einschulen. Zum Aufw├Ąrmen radeln wir entlang der Saalach auf dem Tauernradweg nach Wei├čbach. Das smaragdgr├╝ne Wasser des Flusses begleitet uns auf der 13 Kilometer langen Strecke bis Wei├čbach. Dort sehen wir schon von Weitem die ersten Kletterer auf der Felsplatte oberhalb des Bergsteigerdorfs. Auch am Klettersteig ÔÇ×Zahme GamsÔÇť bewegen sich schon Sportler. Wir radeln durchs Zentrum und biegen ein auf die Hirschlbichler Landesstra├če ins Hinterthal. Dank E-Motor ist diese steile Asphaltstra├če f├╝r uns aber kein Problem. ÔÇ×Komm, wir machen einen kurzen Abstecher zum SchaustadlÔÇť, meint Waltraud, und wir legen eine Rast ein, um hier im Naturpark Wei├čbach mehr ├╝ber die Holzwirtschaft, die traditionelle Holzverarbeitung und die alte Handwerkskunst der Schindeld├Ącher und Pinzgauer Z├Ąune zu erfahren.

Die geflutete Alm

Nach der lehreichen Rast schwingen wir uns wieder in den Sattel. ├ťber Forststra├čen durch die wunderbar gr├╝nen Weiden der Kallbrunnalm geht es bergan. An der urigen Kash├╝tte sehen wir Almwirtin Helga bereits erste G├Ąste bewirten. Mit dem Versprechen, sp├Ąter einzukehren, radeln wir weiter. Nach einem kurzen St├╝ck bergab stehen wir pl├Âtzlich vor der gro├čen Wasserfl├Ąche des Sees und bei diesem wundersch├Ânen Anblick bin ich erst einmal v├Âllig sprachlos. Wie ein Spiegel reflektiert die glatte Wasseroberfl├Ąche die Bergflanken. Steil abfallende Felsw├Ąnde reichen bis zum Wasser und gr├╝ne Latschenfelder durchsetzen das Grau des Gesteins. Hie und da bl├╝ht noch der Almrausch und setzt so bunte Farbtupfer in die idyllische Szenerie. ÔÇ×Der Die├čbachstausee ist noch gar nicht so altÔÇť, verr├Ąt mir Waltraud und f├╝gt hinzu: ÔÇ×Vor ├╝ber einem halben Jahrhundert war hier noch Almgebiet und K├╝he weideten das Gras.

Die Die├čbachalm wurde bereits 1386 urkundlich erw├Ąhnt und auch ein Kaser befand sich hier. 1961 wurde aus diesem Kessel der Die├čbachstausee und das gesamte Almgebiet mitsamt dem Kaser wurde ├╝berflutet. Der rund einen Kilometer lange Staudamm ist 36 Meter hoch und h├Ąlt fast 5 Millionen Kubikmeter Wasser zur├╝ck.ÔÇť 

Vom Bergsee zur Energie

Beeindruckt blicke ich hinaus aufs unergr├╝ndlich tiefe Wasser. Ich empfinde dieses stille Gew├Ąsser eher als idyllischen Bergsee, als einen von Menschenhand erschaffenen Stausee. Ich blicke mich suchend nach den markanten Rohrleitungen um, die ich vom Auto aus sah. Doch Waltraud verr├Ąt: ÔÇ×Aus dem See flie├čt das Wasser ├╝ber einen 1.500 Meter langen Stollen durch den Fels zur Sto├čwand, und f├Ąllt erst dort in die rund 700 Meter lange Druckrohrleitung – eine der steilsten Europas. So gelangt das Wasser zum Die├čbach-Kraftwerk und weiter in die Saalach. W├Ąhrend wir unsere F├╝├če im eiskalten Wasser des Sees k├╝hlen, stelle ich mir in Gedanken den steilen Fall des Wassers von diesem so nat├╝rlich in die Landschaft eingebetteten Bergsee vor – vorbei an den Turbinen des Kraftwerks und hinein in die Saalach. Das Panorama ist ├╝berw├Ąltigend. ├ťber uns lacht das Seehorn und der R├╝cken des Hundstod und in der Ferne erkennt man das Ingolst├Ądter Haus. Doch nach einiger Zeit meint Waltraud lachend: ÔÇ×Also meine Energietanks sind jetzt wieder gut gef├╝llt, was h├Ąltst du von einer Einkehr auf der Kash├╝tte?ÔÇť

Abstecher ins Naturbadegebiet Vorderkaserklamm

Schnell bin ich aufbruchbereit, denn beim Gedanken an K├Ąsebrote und Hollersaft knurrt mein Magen h├Ârbar. Wir radeln also beschwingt zur├╝ck und lassen uns bei Helga auf der Terrasse der Kash├╝tte nieder. Herzlich werden wir bewirtet und genie├čen die gem├╝tliche Auszeit auf der Alm. Mittlerweile hat die Sonne l├Ąngst ihren h├Âchsten Punkt erreicht und als wir wieder auf der selben Route ins Tal zur├╝ckkehren ist die Sommerhitze deutlich sp├╝rbar. ÔÇ×Was h├Ąltst du von einem kleinen Abstecher ins Naturbadegebiet Vorderkaserklamm? Das liegt auf unserer Strecke und w├Ąre ein wundersch├Âner Abschluss f├╝r diese wasserreiche Tour. Dann haben wir die perfekte Mischung von stillem und prickelndem WasserÔÇť, meint Waltraud. Begeistert stimme ich zu, denn ein Sprung ins kalte klare Wasser der Vorderkaserklamm ist ganz nach meinem Geschmack. Also radeln wir vorbei an der Lamprechtsh├Âhle entlang der Saalach zum Naturbadegebiet und genie├čen dort die erfrischende Abk├╝hlung.

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